Laserprozessentwicklung auf neuem Niveau: Moderne PBF-LB/M-Anlage am blz
Maximilian Marschall und Katrin Meyerhöfer • 23. März 2026

Am Bayerischen Laserzentrum wurde die Infrastruktur für die Laserprozessentwicklung gezielt erweitert. Mit einer modernisierten PBF-LB/M-Anlage steht nun ein leistungsfähiges System für das Laserstrahlschmelzen zur Verfügung, das neue Möglichkeiten für die Lasermaterialbearbeitung und die gezielte Untersuchung innovativer Laserprozesse eröffnet.

 

In Kooperation mit EOS wurde eine bestehende Anlage technisch umfassend weiterentwickelt und mit aktuellen Schlüsseltechnologien ausgestattet. Ziel ist es, das Potenzial moderner Single-Laser-Systeme voll auszuschöpfen und gleichzeitig neue Ansätze in der Prozessoptimierung zu erforschen.

Moderne Systemtechnik für die Laserprozessentwicklung

Die Anlage kombiniert etablierte Plattformtechnologie mit innovativen Erweiterungen. Dazu zählen unter anderem Funktionen zur Prozessstabilisierung sowie zur Überwachung des Schmelzbades in Echtzeit.

 

Ein zentrales Element ist der eingesetzte Laser mit variabler Strahlformung. Durch die flexible Anpassung der Intensitätsverteilung – von gaußförmig bis ringförmig – lassen sich die Wechselwirkungen zwischen Laserstrahl und Material gezielt beeinflussen. Dies eröffnet neue Freiheitsgrade in der Gestaltung von Schmelzbädern und damit in der Kontrolle der resultierenden Bauteileigenschaften.

 

Die zugrunde liegende Technologie ist dabei kein Neuland: Der eingesetzte AFX Laser war bereits zuvor am blz in einer SLM280-Anlage im Einsatz und wird nun konsequent in der neuen Systemumgebung weitergeführt. Diese Kontinuität ermöglicht eine gezielte Weiterentwicklung bestehender Ansätze in der Laserprozessentwicklung.

Fokus auf Prozessverständnis und Materialvielfalt

Die ersten Anwendungen zeigen bereits die Bandbreite der Möglichkeiten: Von Demonstratorbauteilen über funktionsintegrierte Strukturen bis hin zu ersten industriellen Anwendungen konnten unterschiedliche Geometrien erfolgreich gefertigt werden.

Die Anlage wird aktuell mit verschiedenen Materialien betrieben, darunter Edelstahl, Kupfer und Nickellegierungen. Diese Vielfalt ist entscheidend, um grundlegende Zusammenhänge zwischen Prozessparametern, Strahlformung und Bauteilqualität systematisch zu untersuchen.

 

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich neue Ansätze der Strahlformung auf die Prozessüberwachung und die Qualität additiv gefertigter Bauteile auswirken. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung von industriell relevanten Laserprozessen ein.

Interviewdreh zur Ausstellung „Ways of Light“: blz-Geschäftsführer vor Kamera spricht über Photonik, Laser und optische Technologien.

Zusammenarbeit als Treiber für Innovation

Die Umsetzung der Anlage erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Anlagenhersteller. Dadurch entsteht eine leistungsfähige Plattform an der Schnittstelle von Forschung und industrieller Anwendung.


Wir bedanken uns bei EOS für die partnerschaftliche und unkomplizierte Zusammenarbeit und freuen uns darauf, gemeinsam weitere Fragestellungen in der Laserprozessentwicklung zu adressieren. Diese Kombination ermöglicht es, aktuelle Herausforderungen praxisnah zu bearbeiten und innovative Lösungen für die Additive Fertigung zu entwickeln.

 

Sie möchten mehr über unsere Arbeiten in der Laserprozessentwicklung erfahren oder gemeinsam mit uns neue Anwendungen in der Lasermaterialbearbeitung entwickeln? Kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns auf den Austausch.

Teilen Sie diesen Beitrag mit Ihrem Netzwerk

von Katrin Meyerhöfer 18. März 2026
Laser sind faszinierend! Am Bayerischen Laserzentrum (blz) beschäftigen wir uns täglich mit den Möglichkeiten, die Laserstrahlung für uns bereithält. Ob in der industriellen Fertigung, in der Medizin, in der Kommunikationstechnologie oder im ganz normalen Alltag: Lasertechnologie eröffnet ständig neue Anwendungen und treibt Innovationen voran. Umso mehr freut es uns, dass Laserstrahlung nun auch im Museum eine Bühne bekommt.
von Hans-Joachim Krauß und Katrin Meyerhöfer 12. März 2026
Das Bayerische Laserzentrum unterstützt Unternehmen umfassend bei der Umsetzung gesetzlicher Anforderungen rund um die Lasersicherheit . Unsere Leistungen reichen dabei von der fachkundigen Laserschutzprüfung über die Bewertung von Laserarbeitsplätzen bis hin zur individuellen Laserschutzberatung und umfassen auch die Aus- und Weiterbildung von Laserschutzbeauftragten. Unser Ziel ist es, umfassende rechtssichere und praxisgerechte Lösungen für einen sicheren Laserbetrieb zu schaffen.
von Katja Tangermann-Gerk und Katrin Meyerhöfer 2. März 2026
Die Werkstoffcharakterisierung ist ein zentraler Baustein für die qualitätsgesicherte Additive Fertigung anspruchsvoller Metallbauteile. Am Bayerischen Laserzentrum verfügen wir über eine umfassende Infrastruktur zur Materialanalyse, Werkstoffprüfung und Gefügeauswertung – von der metallographischen Präparation über licht- und rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen bis hin zur hochauflösenden Elektronenrückstreubeugung (EBSD). Gerade bei komplexen Werkstoffen wie Duplex-Edelstahl ist dieses Know-how entscheidend. Das Material wird aufgrund seiner hohen Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit insbesondere in der Schifffahrt und Petrochemie eingesetzt. Seine Leistungsfähigkeit basiert auf einer zweiphasigen Mikrostruktur aus Ferrit und Austenit mit einem idealen Verhältnis von etwa 50/50.