
Am Bayerischen Laserzentrum wurde die Infrastruktur für die Laserprozessentwicklung gezielt erweitert. Mit einer modernisierten PBF-LB/M-Anlage steht nun ein leistungsfähiges System für das Laserstrahlschmelzen zur Verfügung, das neue Möglichkeiten für die Lasermaterialbearbeitung und die gezielte Untersuchung innovativer Laserprozesse eröffnet.
In Kooperation mit
EOS wurde eine bestehende Anlage technisch umfassend weiterentwickelt und mit aktuellen Schlüsseltechnologien ausgestattet. Ziel ist es, das Potenzial moderner Single-Laser-Systeme voll auszuschöpfen und gleichzeitig neue Ansätze in der Prozessoptimierung zu erforschen.

Moderne Systemtechnik für die Laserprozessentwicklung
Die Anlage kombiniert etablierte Plattformtechnologie mit innovativen Erweiterungen. Dazu zählen unter anderem Funktionen zur Prozessstabilisierung sowie zur Überwachung des Schmelzbades in Echtzeit.
Ein zentrales Element ist der eingesetzte Laser mit variabler Strahlformung. Durch die flexible Anpassung der Intensitätsverteilung – von gaußförmig bis ringförmig – lassen sich die Wechselwirkungen zwischen Laserstrahl und Material gezielt beeinflussen. Dies eröffnet neue Freiheitsgrade in der Gestaltung von Schmelzbädern und damit in der Kontrolle der resultierenden Bauteileigenschaften.
Die zugrunde liegende Technologie ist dabei kein Neuland: Der eingesetzte AFX Laser war bereits zuvor am blz in einer SLM280-Anlage im Einsatz und wird nun konsequent in der neuen Systemumgebung weitergeführt. Diese Kontinuität ermöglicht eine gezielte Weiterentwicklung bestehender Ansätze in der
Laserprozessentwicklung.

Fokus auf Prozessverständnis und Materialvielfalt
Die ersten Anwendungen zeigen bereits die Bandbreite der Möglichkeiten: Von Demonstratorbauteilen über funktionsintegrierte Strukturen bis hin zu ersten industriellen Anwendungen konnten unterschiedliche Geometrien erfolgreich gefertigt werden.
Die Anlage wird aktuell mit verschiedenen Materialien betrieben, darunter Edelstahl, Kupfer und Nickellegierungen. Diese Vielfalt ist entscheidend, um grundlegende Zusammenhänge zwischen Prozessparametern, Strahlformung und Bauteilqualität systematisch zu untersuchen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich neue Ansätze der Strahlformung auf die Prozessüberwachung und die Qualität additiv gefertigter Bauteile auswirken. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung von industriell relevanten Laserprozessen ein.

Zusammenarbeit als Treiber für Innovation
Die Umsetzung der Anlage erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Anlagenhersteller. Dadurch entsteht eine leistungsfähige Plattform an der Schnittstelle von Forschung und industrieller Anwendung.
Wir bedanken uns bei EOS für die partnerschaftliche und unkomplizierte Zusammenarbeit und freuen uns darauf, gemeinsam weitere Fragestellungen in der Laserprozessentwicklung zu adressieren. Diese Kombination ermöglicht es, aktuelle Herausforderungen praxisnah zu bearbeiten und innovative Lösungen für die Additive Fertigung zu entwickeln.
Sie möchten mehr über unsere Arbeiten in der Laserprozessentwicklung erfahren oder gemeinsam mit uns neue Anwendungen in der Lasermaterialbearbeitung entwickeln? Kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns auf den Austausch.
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