Laserschutz: EU-Vorgaben verstehen, Maßnahmen richtig umsetzen
Hans-Joachim Krauß und Katrin Meyerhöfer • 2. Februar 2026

In der Europäischen Union (EU) gelten für alle Mitgliedsstaaten verbindliche Mindestanforderungen für den sicheren Laserbetrieb. In der praktischen Umsetzung dieser Vorgaben gibt es jedoch mitunter große nationale Unterschiede. 

EU-Richtlinien als verbindlicher Rahmen für den sicheren Laserbetrieb

Hier ein kurzer Überblick über zwei zentrale europäische Regularien, welche die Lasersicherheit betreffen:

1. Arbeitsschutz: Nationale Umsetzung des betrieblichen Laserschutzes

Die Europäische Arbeitsschutzrichtlinie über Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch künstliche optische Strahlung (EU-Richtlinie 2006/25/EG) legt Mindestanforderungen an die Sicherheit am Arbeitsplatz fest und wurde von den einzelnen Mitgliedsstaaten individuell in nationales Arbeitsschutzrecht überführt. In Deutschland geschah dies 2010 in Form der Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung OStrV.


Gut zu wissen: In Sachen Arbeitsschutz dürfen nationale Regelungen durchaus über die EU-Anforderungen hinausgehen und schärfere Maßnahmen fordern. So sieht beispielsweise hierzulande die OStrV zusätzliche organisatorische Pflichten, wie die Bestellung von Laserschutzbeauftragten, vor.

2. Maschinensicherheit: Einheitliche Anforderungen im Binnenmarkt

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG regelt aktuell die Sicherheit von Maschinen, die in den europäischen Markt gebracht werden, und schließt auch Laseranlagen mit ein. Am 27.01.2027 wird sie vollständig durch die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230 ersetzt werden.


Anders als bei den Regelungen zum Arbeitsschutz sind nationale Verschärfungen bei der Umsetzung der Maschinenrichtlinie nicht zulässig. Hintergrund ist die Gewährleistung eines freien Warenverkehrs innerhalb des europäischen Binnenmarktes. Maschinen müssen EU-weit einheitlich bewertet und in Verkehr gebracht werden können.

Technische und betriebliche Sicherheit gewährleisten

Laserschutzkonzepte: Sicherheit bewerten

Laserschutz muss immer von zwei Seiten betrachtet werden: von der Herstellerseite und von der Betreiberseite. Weder produktsicherheits- noch arbeitsschutzrechtliche Aspekte dürfen dabei außen vorbleiben. Die technisch sichere Lasermaschine ist die Grundvoraussetzung für deren sicheren Betrieb.


Gerne unterstützen unsere Laserschutzexperten Sie bei der Prüfung und Umsetzung der Laserschutzmaßnahmen:


  • Erstellung und Bewertung von Laserschutzkonzepten
  • Bewertung technischer Laserschutzmaßnahmen
  • Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen
  • Durchführung individueller Schulungen für Laserschutzbeauftragte und Personal


Laserschutzberatung: Praxisnahe Lösungen statt Theorie

Wir bieten fundierte Laserschutzberatungen mit dem Ziel an, die Lasersicherheit nicht nur regelkonform, sondern auch praktikabel umzusetzen. Dabei gehen wir auf die konkreten Gegebenheiten vor Ort ein und erarbeiten individuelle Lösungen, damit Beschäftigte bestmöglich geschützt sind, Gefährdungen frühzeitig erkannt und Haftungsrisiken vermieden werden. 



Fazit: Lasersicherheit braucht Fachwissen 

Unzureichender Laserschutz gefährdet Menschen und verstößt gegen geltendes Recht. Technische Sicherheit, rechtliche Anforderungen und betriebliche Praxis sollten immer Hand in Hand gehen – für nachhaltige Lasersicherheit und verlässliche Rechtssicherheit.


Wer sich für die technisch sichere Lasermaschine interessiert, ist herzlich eingeladen, unsere Fortbildung „Sicherheitskonzepte bei Industrielaseranlagen“   am 21. und 22. April 2026 am blz in Erlangen zu besuchen. Wir führen die Schulung gemeinsam mit Prof. Klaus Goebel durch.

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von Dominic Bartels und Katrin Meyerhöfer • 22. Oktober 2026
Kupfer ist aufgrund seiner hervorragenden elektrischen und thermischen Leitfähigkeit ein wichtiger Werkstoff in der Elektromobilität und Elektrotechnik. Beim Laserstrahlschweißen stellt das Material jedoch besondere Anforderungen an die Prozessführung. Blaue und grüne Laserstrahlung eröffnen hier interessante Möglichkeiten für stabile und reproduzierbare Schweißprozesse. Am Bayerischen Laserzentrum und am Lehrstuhl für Photonische Technologien (LPT) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stehen für das Laserstrahlschweißen von Kupfer zwei leistungsstarke Lasersysteme zur Verfügung: ein grüner Laser mit 515 nm Wellenlänge und 3 kW Leistung sowie ein blauer Laser mit 445 nm und 4 kW. Durch die enge Zusammenarbeit beider Einrichtungen können wir die vorhandenen Kompetenzen und technischen Möglichkeiten bündeln, um unterschiedliche Schweißstrategien zu untersuchen und gezielt auf Werkstoff, Bauteilgeometrie und Qualitätsanforderungen abzustimmen.
von Katrin Meyerhöfer • 8. Oktober 2026
Premiere am Bayerischen Laserzentrum: Gemeinsam mit der IHK-Akademie Mittelfranken haben wir erstmals den Zertifikatslehrgang „Industriefachkraft für Lasersysteme in der Elektromobilität (IHK)“ durchgeführt. Eine Woche lang beschäftigten sich die Teilnehmer intensiv mit den Grundlagen und praktischen Herausforderungen des Laserstrahlschweißens für Anwendungen in der Elektromobilität. Dabei ging es nicht nur um theoretisches Wissen. An unseren Laseranlagen konnten die Teilnehmer unterschiedliche Prozesse selbst erproben, Parameter variieren und deren Einfluss auf das Schweißergebnis unmittelbar untersuchen. Auch eigene Bauteile und konkrete Fragestellungen aus dem betrieblichen Alltag fanden Eingang in die praktischen Übungen.
von Katrin Meyerhöfer • 1. Oktober 2026
Mit der Erweiterung der gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Photonische Technologien (LPT) der FAU Erlangen-Nürnberg genutzten Laserhalle schaffen die beiden Einrichtungen neue Voraussetzungen für anwendungsnahe Forschung und industrielle Prozessentwicklung. Der neue High-Power-Bereich am Campus Röthelheimpark wurde Ende September im Rahmen einer "LASER NIGHT" offiziell eröffnet.